BRANDSCHUTZTIP > Verhalten bei Unwettern

Unwetter

In den letzten Jahren ist die Häufigkeit von Einsätzen nach Starkregen, Orkanen oder lang anhaltenden Regenfällen mit Überschwemmungen angestiegen.

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle ein paar Tipps geben, wie Sie sich verhalten sollten und was Sie selber tun können, wenn Sie von einem Unwetter betroffen sind und welche Möglichkeiten die Feuerwehr hat, Ihnen in solch einer Notsituation zu helfen.

Vollgelaufene Keller durch Starkregen

Bei einem Starkregen kommt es häufig vor, dass ganze Straßen unter Wasser stehen, welches meistens nach einiger Zeit von selbst wieder abfließt. Sie sollten jedoch nach Möglichkeit nicht durch das tiefe Wasser fahren oder gehen, weil die Möglichkeit besteht, dass durch die Wassermassen Kanaldeckel weggespült wurden und Sie dabei Gefahr laufen könnten, in den Schacht zu stürzen oder Ihr Auto zu beschädigen.

Sollte durch den Starkregen Wasser in Ihren Keller eingedrungen sein, sollten Sie immer an Ihre eigene Sicherheit denken. Es besteht einmal die Gefahr, dass Sie, sollte z.B. ein Kellerfester zerbrechen, vor dem das Wasser steht, die Wassermassen so schnell ansteigen, dass Sie nicht mehr rechtzeitig den Keller verlassen können und ertrinken.
Des Weiteren besteht die Gefahr, dass Sie einen elektrischen Schlag bekommen, sollte das Wasser z.B. einen Steckdose oder sogar Ihren Zählerschrank überfluten.

Daher denken sie immer daran: Eine Waschmaschine kann man ersetzen, Ihr leben nicht!

Unsere Möglichkeiten...
...Ihnen zu helfen sind in gewisser Weise begrenzt.

Die Feuerwehr hilft Ihnen selbstverständlich bei einem solchen Notfall, jedoch ist die Anzahl der Feuerwehrfahrzeuge und auch die Mannschaft begrenzt. Daher kann es bei einem größeren Schadensereignis schon einmal einige Stunden dauern, bis wir zu Ihnen kommen.

Des Weiteren kann es sein, dass wir Ihnen mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln nicht helfen können. Dieses kann folgende Ursachen haben.

  • In Ihrem Keller ist der Wasserstand nicht "hoch genug", um weiteres Wasser abzupumpen. Die Feuerwehr kann mit Ihren Pumpen Wasser nur bis zu einer Höhe von ca. 5-10cm aus Ihrem Keller pumpen.
  • Das Wasser fließt immer noch in Ihren Keller, weil der Regenwasserkanal noch zu voll ist. In diesem Fall macht es keinen Sinn mit den Pumparbeiten zu beginnen, weil immer wieder Wasser nachlaufen wird. Wenn kein Wasser mehr in Ihren Keller nachläuft, pumpen wir Ihren Keller natürlich leer.
   
Sollten sie öfters mit Wasser im Keller zu tun haben, ist es vielleicht empfehlenswert, dass Sie sich selbst eine preiswerte Schmutzwasserpumpe anschaffen, wie es sie in jedem Baumarkt gibt.

Orkane oder Stürme

Bei Orkanen besteht die größte Gefahr durch umstürzende Bäume, herabfallend Äste oder sonstige Gegenstände, wie z.B. Dachziegel, die durch die Luft fliegen können.

Bei einem Orkan oder Sturm sollten Sie auf jedem Fall im Haus bleiben, alle Fenster und Türen verschließen. Sollten sie Rollläden haben, verschließen sie auch diese.

Sollten Sie mit dem Auto unterwegs sein, meiden Sie Straßen durch Waldgebiete, da hier die Möglichkeit besteht, dass ein Baum auf Ihr Auto stürzt. Seien Sie auch darauf gefasst, dass plötzlich Äste auf die Straße fallen können.

   

Überschwemmungen durch Hochwasser

Nach lang anhaltenden Regenfällen kommt es vor, dass Flüsse, wie z.B. die Werre, so stark anschwellen, dass sie über die Ufer treten. Dann besteht die Gefahr, dass Gebäude, die in Ufernähe oder in Überflutungsgebieten stehen, durch die ansteigenden Wassermassen gefährdet sind.

Die Feuerwehr hat hiergegen nur die Möglichkeit Schutzdämme aus Sandsäcken zu errichten. Die benötigten Sandsäcke können nicht befüllt gelagert werden, sodass sie mit großem Personalaufwand erst gefüllt werden müssen.
Auch das Errichten der Schutzdämme erfordert erhebliche Mengen an Personal. Die Feuerwehr wird bei solchen Einsätzen vom THW unterstützt. Jedoch können auch sie als Bürger in solchen Situationen Ihrem Nachbarn helfen, wenn sie sich z.B. an einer Menschenkette zum Transport der gefüllten Sandsäcke oder dem Befüllen helfen. Sprechen Sie einfach die Helfer von Feuerwehr und THW an und fragen, wo sie helfen können. Haben sie jedoch auch dafür Verständnis, das sie manchmal auch nicht helfen können, weil es für Sie zu gefährlich ist.

Sollten Sie selber Sandsäcke befüllen und mit Ihrem PKW transportieren, sollten sie folgende Punkte beachten:

  • befüllen sie die Säcke nur zu 2/3
  • Binden sie die Säcke gut mit dem beiliegenden Bindfaden zu
  • Ein Sandsack wiegt ca. 15 Kg, ein Mittelklassewagen kann ca. 500 Kg zuladen. Das bedeutet, wenn der Fahrer 80 Kg wiegt, können sie noch höchstens 28 Sandsäcke einladen.
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